Heute mal kein normaler Spielbericht.

Ohne eigene Tore fetzt das nicht. Nach Niederlagen sowieso nicht.

Und: Die Welt ist ohnehin verrückt. Die Menschen tendenziell unzufrieden. Alle frustriert.

Wir, die Piranhas, wollen das Gegenteil bieten: Jubelschreie. Zusammenhalt. Miteinander. Mal ne witzige Zeile.

Ein bitteres Eishockey-Spiel auszuschlachten – fühlt sich krumm an. Die rosarote Brille aufsetzen? Keine Sorge: Machen wir nicht. Unsere ist nur ein bisschen rosa getönt.

Denn was ist gestern eigentlich passiert?

Wir haben gegen eine Mannschaft verloren, die sich brutal verstärkt hat. Die so in Oberliga-Brot-Kategorien gedacht eher den Sylter Genusslaib verkörpert. Oberstes Regal.

Drei Jahre ist es her, da war ein 3:6 gegen das übermächtige Halle ein Erfolg. Wohlgemerkt: ein chancenloses 3:6.

Gestern sagte Mike Specht – Ex-Präsident, wichtiger Sponsor, ein verdienter Mann um das Rostocker Eishockey – nach zwei Dritteln einen schlauen Satz: »Krass, wie selbstverständlich sich das anfühlt, wenn es gegen Halle nach 40 Minuten ausgeglichen steht. Wir haben mächtig aufgeholt.«

Recht hat er.

Das erste Drittel gestern war Halle klarer Punktsieger. Im zweiten Drittel – auch durch Strafen – kamen die Piranhas viel besser rein. Die Rostocker Jungs hatten mehr Chancen als Halle. Der Puck wollte nicht rein. Das Torgestänge kläffte, als Liam Fraser abzog.

Eishockey ist ein Spiel der Zentimeter. Geht der Schuss von Fraser rein, führen die Piranhas 1:0. Das Spiel geht womöglich ganz anders aus.

Aber Halle holte sich das Ding. In einem – auf 60 Minuten betrachtet – fast 50/50-Spiel. 37 zu 38 Schüsse – das sagt schon viel aus über das Aufeinendertreffen.

Apropos Schüsse. Nur zwei Teams kreieren bisher mehr Abschlüsse als der REC. Kein Team kämpft so sehr mit der Effizienz. Die liegt momentan bei 6,2. Tiefstwert der Liga.

Man kann und darf ein Team nach einer 0:3-Niederlage kritisieren. Oder man sieht: Die Rostocker Jungs haben zwischendurch in etwa 82 Minuten Spielzeit gegen zwei Top-Teams kein Gegentor gefressen.

Die Mannschaft opfert sich auf. Auch an Sch****tagen. Sie tut das für die Fans.

Wir sagen: Jetzt erst recht. Auf gehts, Rostocker Jungs!

 

Heute mal kein normaler Spielbericht.

Zurück