Offene Worte zur aktuellen Lage der Rostock Piranhas

Liebe Fans, liebe Partner,

eigentlich wünschen wir uns alle vor Weihnachten eine besinnliche Zeit – und nicht, dass wir gefrustet auf den Verein schauen, den wir lieben.

Aber wir müssen ehrlich sein: Die Lage beim Eishockey in Rostock ist momentan völlig anders, als wir uns das alle vorgenommen haben. Wir hinken den sportlichen Erwartungen weit hinterher. Wir bieten euch Fans, den ehrenamtlichen Helfern und unseren Sponsoren aktuell nicht die Saison, für die ihr alle hart arbeitet. Das gestrige Spiel war enttäuschend.

Wir sehen euren Frust. Wir verstehen euren Frust. Und wir teilen diesen Frust zu 100 Prozent.

Zur Analyse der Fehler:

Eine Sache ist klar, und da reden wir nichts schön: Wir – Trainerteam und Vorstand – haben im Sommer bei der Kaderplanung Fehler gemacht. Wir haben eine Mannschaft mit viel Talent, aber zu wenigen geborenen Führungsspielern zusammengestellt. Das Konzept funktioniert, wenn alle Leistungsträger an Bord sind. Fallen diese Stützen weg, fehlt es an Schultern, auf die wir die Last verteilen können.

Dass nun ausgerechnet diese Schlüsselspieler – wie Jesper Öhrvall gestern, sowie zwei weitere potenzielle Reihe-1-Stürmer und unser bester Verteidiger – langfristig verletzt ausfallen, ist brutales Pech. Aber um ganz ehrlich mit euch zu sein: Pech ist ein Problem, aber nicht die alleinige Ursache. Die Verantwortung für die Statik der Mannschaft liegt bei uns.

Zur Mannschaft und Charakter

Wir möchten ausdrücklich betonen: Keiner spielt gegen den Verein oder den Trainer. Der Einsatz im Training ist hoch, die Verunsicherung im Spiel leider noch höher.

In der Vergangenheit hätte man vielleicht reflexartig Verträge aufgelöst oder suspendiert, um ein “Zeichen zu setzen”. Aber wir als Rostocker Eishockey Club stehen für Werte wie Respekt und Anstand. Keiner der Jungs hat sich charakterlich etwas zu Schulden kommen lassen, im Gegenteil. Wir werden niemanden zum Sündenbock machen, nur um Handlungsfähigkeit zu simulieren.

Zur Trainerfrage

Natürlich fällt der Blick in Krisen schnell auf den Trainer. Wir haben mit Lenny Soccio bereits Höhen und Tiefen gemeistert. Lenny hat sein Können in dieser Liga und für diesen Verein mehrfach bewiesen. Er arbeitet akribisch und reflektiert – genau wie wir im Vorstand – seine Entscheidungen selbstkritisch. Wir sind davon überzeugt, dass wir diese Situation nur gemeinsam lösen können. Lenny war in guten Zeiten loyal zum Verein – wir stehen in stürmischen Zeiten loyal zu ihm.

Zur finanziellen Situation und Transfers

Viele fordern jetzt Reaktionen auf dem Transfermarkt. Doch das ist keine Option.

Wir haben den Etat in diesem Jahr bereits maximal ausgereizt, um trotz der Standort-Nachteile eine schlagkräftige Truppe um Spieler wie Connor Hannon und Jesper Öhrvall zu bauen. Wir haben im Rahmen unserer Möglichkeiten alles investiert.

Wir stehen vor der Wahl: Kurzfristiger Aktionismus oder langfristige Sicherheit.

Wir werden nicht die Zukunft des gesamten Vereins riskieren und Geld für Nachverpflichtungen ausgeben, das wir nicht haben. Wir wollen den Eishockeysport in Rostock – vom Nachwuchs bis zu den Profis – langfristig erhalten. Es gibt im deutschen Eishockey genug mahnende Beispiele von Vereinen, die sich in Krisen finanziell übernommen haben. Diesen Weg gehen wir nicht.

Unser Versprechen

Wir als geschäftsführender und ehrenamtlicher Vorstand werden uns weiter mit aller Kraft engagieren. Wir stehen öffentlich zu unseren Fehlern und arbeiten jeden Tag daran, sie zu korrigieren.

Wir hoffen, dass ihr diesen harten Weg mit uns weitergeht. Es gibt Zeiten, da geht es nicht um eine Tabellenplatzierung – sondern um den Zusammenhalt des Vereins.

In großer Dankbarkeit für eure lautstarke und finanzielle Unterstützung in dieser harten Saison.

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Der gesamte Vorstand der Rostocker Eishockeyclubs

 

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